Sonnenschutz im Alltag: die wichtigste Gewohnheit für deine Haut

Wenn ich eine einzige Sache in der Pflege meiner Kundinnen und Kunden ändern dürfte, wäre es nicht das teure Serum und nicht die Behandlung bei mir. Es wäre der Sonnenschutz im Alltag.
Das ist unspektakulär, ich weiß. Es klingt nach Urlaub und nach Strandtasche, nicht nach Pflege. Aber von allem, was die Haut altern lässt und was wir selbst beeinflussen können, ist das tägliche Licht der größte Einzelfaktor. Alles andere kommt danach.
Deshalb bekommst du hier keinen Vortrag, sondern das, was praktisch zählt.
Was Licht mit der Haut macht
Sonnenlicht besteht nicht nur aus dem Anteil, der einen Sonnenbrand verursacht. Ein anderer Teil dringt tiefer ein und trifft dort genau die Fasern, die der Haut Festigkeit geben, also Kollagen und Elastin. Das passiert ohne Rötung, ohne Schmerz und ohne dass du an diesem Tag etwas merkst.
Dazu kommt das Pigment. Jede Reizung und jede Entzündung in der Haut kann unter Lichteinfluss dunkler nachfärben. Deshalb bleibt ein abgeheilter Pickel manchmal monatelang als Fleck sichtbar, und deshalb entstehen über die Jahre die Flecken an Wangen, Stirn, Dekolleté und Handrücken.
Und die Rechnung läuft still. Nicht der eine Urlaub macht den Unterschied, sondern die Summe aus Tausenden ganz normalen Tagen.
Auch im Winter, auch bei Wolken, auch am Schreibtisch
Drei Sätze, die viele überraschen.
Wolken filtern weniger, als man denkt. Ein bedeckter Tag fühlt sich harmlos an, ist es für die Haut aber nur zum Teil.
Im Winter ist das Licht schwächer, aber nicht weg. In den Bergen sogar deutlich stärker, weil Höhe und Schnee die Strahlung verstärken. Wer im Februar Ski fährt, braucht mehr Schutz als im Mai in der Stadt.
Fensterglas hält nicht alles ab. Der Anteil, der Sonnenbrand macht, wird weitgehend gefiltert, der tiefer eindringende Anteil nicht vollständig. Wer täglich am Fenster oder viel im Auto sitzt, merkt das oft an einer Gesichtshälfte.
Das heißt nicht, dass du zu Hause auf dem Sofa cremen musst. Es heißt: Sonnenschutz gehört in die morgendliche Routine, so selbstverständlich wie Zähneputzen, und nicht in die Urlaubstasche.
Wie viel, wie oft, und was sonst noch hilft
Menge. Die meisten nehmen deutlich zu wenig. Für Gesicht und Hals brauchst du ungefähr die Menge, die du mit zwei Fingern von der Spitze bis zum Knöchel abmessen kannst. Zu wenig Produkt bedeutet, dass der Schutzfaktor auf der Packung mit deiner Haut nichts zu tun hat.
Faktor. Für den Alltag ist ein hoher Schutz die einfachere Entscheidung, weil du dann nicht rechnen musst.
Nachcremen. Im normalen Bürotag ist das selten nötig. Draußen, beim Schwitzen und nach dem Abtrocknen dagegen schon.
Nicht vergessen. Ohren, Nacken, Hals, Dekolleté, Handrücken und die Lippen. Genau dort sehe ich bei meinen Kundinnen später die Flecken.
Textur. Wenn dir dein Produkt zu schwer ist, wirst du es nicht benutzen. Das beste Produkt ist das, das du tatsächlich jeden Morgen aufträgst. Welche Textur zu dir passt, hängt von deiner Haut ab, dazu hilft dir dieser Artikel: Hauttyp bestimmen.
Schatten und Stoff sind kein altmodischer Rat, sondern der zuverlässigste Schutz überhaupt. Hut, Brille, Ärmel.
Sonnenschutz nach Behandlungen
Es gibt Zeiten, in denen er nicht nur sinnvoll, sondern Bedingung ist.
Nach einer Lichtbehandlung, nach einem Peeling und nach einer Ausreinigung ist die Haut empfindlicher und neigt eher dazu, Pigment zu bilden. Wer in diesen Tagen ungeschützt in die Sonne geht, kann sich das Ergebnis verderben, für das er gerade Zeit und Geld investiert hat.
Bei Pigmentflecken ist es sogar der entscheidende Teil der Behandlung, mehr dazu hier: IPL gegen Pigmentflecken und Couperose.
Welcher Schutz zu welcher Situation passt
Es hilft, drei Fälle zu unterscheiden, dann wird es im Alltag einfach.
Normaler Tag mit kurzen Wegen nach draußen. Morgens einmal auftragen reicht meistens. Wichtig ist nur, dass es wirklich jeden Morgen passiert und nicht nur bei Sonnenschein.
Langer Tag im Freien. Spaziergang, Gartenarbeit, Terrasse, Sportplatz. Hier gehört das Nachcremen dazu, ungefähr alle zwei Stunden und immer nach dem Schwitzen oder Abtrocknen. Wenn du Make-up trägst, sind Produkte zum Sprühen oder Pudern der einfachere Weg, weil du nicht alles neu machen musst.
Berge, Wasser, Schnee. Hier ist die Belastung deutlich höher, weil Höhe, Wasser und Schnee das Licht zusätzlich zurückwerfen. Das ist die Situation, in der ich zu hohem Schutz, Nachcremen und zusätzlich zu Hut und Brille rate.
Und noch ein Hinweis, der viele überrascht: Ein aufgebrauchtes Produkt vom letzten Sommer ist kein Sparposten. Sonnenschutzmittel verlieren nach dem Öffnen mit der Zeit an Wirkung. Wenn die Flasche seit zwei Jahren im Schrank steht, fängst du besser neu an.
Häufige Fragen zum Sonnenschutz
Brauche ich Sonnenschutz auch im Winter?
Ja, wenn auch nicht in jeder Situation im selben Maß. Im Alltag draußen und besonders in den Bergen lohnt er sich. Für Behandlungen mit Licht ist er in den Wochen danach Pflicht, unabhängig von der Jahreszeit.
Reicht die Tagescreme mit Lichtschutzfaktor?
Oft nicht, weil davon zu wenig aufgetragen wird. Als alleiniger Schutz ist ein eigenes Produkt die verlässlichere Lösung.
Macht Sonnenschutz unreine Haut schlimmer?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist die Textur. Es gibt leichte Produkte, die auch zu Unreinheiten neigende Haut gut verträgt. Wenn deines dich stört, suchen wir gemeinsam ein anderes.
Bekomme ich dann noch genug Vitamin D?
Das ist eine ärztliche Frage, und ich beantworte sie nicht pauschal. Wenn dich das beschäftigt, lass deinen Wert einfach einmal beim Hausarzt bestimmen.
Wenn du magst
In der Behandlung schaue ich mir an, wie deine Haut auf das letzte Jahr Licht reagiert hat, und wir bauen eine Routine, die du wirklich durchhältst. Mehr dazu auf der Seite zur klassischen Kosmetikbehandlung.
Wenn du wissen möchtest, welcher Sonnenschutz zu deiner Haut passt, schreib mir einfach. Hier erreichst du mich.
Ich arbeite in Bovenden bei Göttingen, ausschließlich nach Terminvereinbarung und immer mit nur einer Person im Haus.
Jasmina
Über mich
Ich bin Jasmina und arbeite seit über fünfzehn Jahren in der Kosmetik. Bei ESTIBEL in Bovenden bei Göttingen behandle ich nach Terminvereinbarung und immer nur eine Person zur Zeit. Was das für dich bedeutet, liest du hier: Über mich.
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